Von Krankmeldungen, Einweisungen und Überweisungen

Neuland. Mal wieder. Für mich als Krankenhaus-Laie war (und ist) vieles undurchsichtig und unbekannt. Selbstverständlich weiß ich, dass man im Krankheitsfall eine Krankmeldung für den Arbeitgeber und die Krankenkasse benötigt. Ja, ich kenne auch Überweisungen, bspw. an Fachärzte. Aber das war’s dann auch schon. Gerade in jungen Jahren fehlt einem oft (zum Glück, toi toi toi) die Erfahrung mit dem deutschen, bürokratischen Gesundheitssystem. Krankmeldungen, Einweisungen und Überweisungen? Dieser Artikel gibt daher Tipps, die es zu beachten gilt, und schildert ein paar Beispiele aus der Praxis…

Die Krankmeldungen für den Arbeitgeber und die Krankenkasse

KrankmeldungenDie Krankmeldung stellt immer der behandelnde Arzt aus. Vergesst nicht danach zu fragen! Andernfalls kann es sehr mühselig sein an den Schein zu kommen. So geschehen. Als mir die Ärztin die Ergebnisse der Gewebeprobe erklärte und den Behandlungsplan vorstellte, besprachen wir auch die nun startende Phase des Krankenstands. Die Krankmeldung sollte ab sofort für sechs Wochen (=maximal erlaubte Dauer) ausgestellt werden. In der Vielzahl an Informationen über Chemotherapie, Operation und Bestrahlung vergaß ich allerdings am Ende auch nach dem physischen „Schein“ zu fragen. Zuhause bemerkte ich sofort das Versehen. Leider war es Freitag und ich konnte am Wochenende nichts unternehmen. Am Montag hatte ich einen straffen Plan mit Arztterminen und kam daher erst am Dienstag dazu beim Vorzimmer der Klinik wieder vorstellig zu werden. Leider war meine behandelnde Ärztin jedoch erst wieder in zwei Tagen da. Ohne Arzt, kein Schein. Folglich probierte ich es vergeblich über das Vorzimmer meiner Frauenärztin. Ebenfalls Fehlanzeige. Kurzum: Alle waren bemüht. Das Ende vom Lied: Ich musste dem Schein eine ganze Weile hinterher rennen und es war letztlich kompliziert ihn dann auch nachzudatieren, da dies eigentlich nur für zwei Tage rückwirkend erlaubt ist. Vermeidet diesen Stress also und denkt immer dran, die Krankmeldung aktiv anzusprechen und mitzunehmen.

Die Einweisung ins Krankenhaus – stationärer Aufenthalt

Muss man stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden, um aufwendige Untersuchungen durchführen zu lassen oder Operationen wahrzunehmen, benötigt man eine stationäre Einweisung. Nein, hier reicht keine Überweisung. Werden die Operationen jedoch ambulant durchgeführt, dann benötigt man als Patient eine Überweisung und keinen Einweisungsschein. Unbedingt merken!

Die Überweisung – zum Arzttermin und für ambulante Operationen

Hier ist in der Tat Vorsicht geboten. Ohne Überweisungen geht im deutschen Gesundheitssystem nämlich mal gar nichts. Für jeden Arztbesuch, für jede Station innerhalb der Klinik oder Untersuchung benötigt man den rosa Schein mit korrekt ausgefülltem Empfänger. In meinem Fall also immer vom Haus- oder Frauenarzt ausgestellt. Für mich ist das aktuell etwas aufwändiger, da ich erst Ende 2016 umgezogen bin und die Ärzte meines Vertrauens noch in meinem „alten“, ca. 25 Minuten entfernten Stuttgarter Stadtteil angesiedelt sind. Das heißt, ich nehme ständig so einige zusätzliche Kilometer auf mich. Seinen Arzt aber gerade jetzt, während der Krebsbehandlung, zu wechseln, ist nicht so ohne. Ich verzichte daher fürs Erste darauf und sammle lieber weiter fleißig Meilen.

Last but not least: Achtet immer darauf, wer als „Empfänger“ auf der Überweisung vermerkt ist. Ich selbst habe mir Überweisungen nie genauer angeschaut (großer Fehler!) und wusste nicht einmal, dass dieser Part überhaupt Relevanz besitzt. Bis zu dem Tag an dem meine Port-Operation anstand und ich eine Überweisung für die Gynäkologie dabei hatte – nicht für die Chirurgie. Ich musste dann innerhalb von 24 Stunden eine neue Überweisung organisieren. Gar nicht so einfach. Ohne die Hilfe von Freunden wäre das unmöglich gewesen. Ich war ja in der Klinik „beschäftigt“ mit den Vorgesprächen beim operierenden Arzt und Anästhesisten. Seitdem frage ich immer als erstes beim Empfänger nach, an wen (Abteilung) die Überweisung ausgestellt sein soll und gebe das auch immer gleich pro-aktiv bei meinem Arzt an. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die so unheimlich aufhalten, Zeit kosten und einen unnötig in den Wahnsinn treiben.

Fazit

Ok, vielleicht war ich anfangs schlicht zu blauäugig und unerfahren, aber ich wusste vieles davon nicht. Das hat mich dann so einige graue Haare gekostet. Ich hoffe, ihr könnt das mithilfe dieser Tipps vermeiden und alles gleich richtig angehen. Seit ich weiß, wie der Hase läuft, ist es nämlich gleich viiiel einfacher. Bravo.

Anja
Hi, ich bin Anja und habe dieses Blog im Februar 2017 ins Leben gerufen. Die Idee entstand direkt nach der Diagnose des Brustkrebs‘. Also legte ich los. Die Leidenschaft zur Kommunikation wurde mir in die Wiege gelegt und ist seither nicht erloschen. Ich liebe es, meine Gedanken in Wörter zu packen oder sie mit meiner Fotobüchse visuell einzufangen. Damit höre ich jetzt nicht auf – gerade jetzt nicht.

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