Mein Behandlungsplan: Augen zu und durch

Es ist Fluch und Segen zugleich: Wenn ich etwas mache, dann immer richtig. Das hat sich nun auch das Krebsgeschwür gedacht. Ich habe eine aggressive, sich schnell teilende Krebsvariante in der rechten Brust. Bislang wurde zum Glück nur das Krebsgeschwür selbst und der direkt daneben liegende Wächterknoten als Befund identifiziert. Noch keine Metastasen, yay! Mein Behandlungsplan stand daher von Anfang an fest: Herzlich willkommen zum vollen Programm mit Chemotherapie.

Hinzu kommt, dass mir eine Genmutation des BRCA1 nachgewiesen wurde. Dieser Gendefekt bezieht sich auf Brust- und Eierstock-Krebs. (Mehr zum Fachgebiet der Genetik später in einem separaten Artikel.) Ich bin also ein sogenannter Hochrisiko-Patient für Brust- und Eierstock-Krebs. Klingt gefährlich. Ist es auch. Aber ich fühle mich nicht so. Ganz im Gegenteil: Es geht mir körperlich sogar ziemlich gut. Mental habe ich natürlich auch Aufs und Abs – die Lebensfreude und der Kampfgeist überwiegen aber klar. Ich lasse mir von der Diagnose nicht mein Sonnenscheingemüt kaputt machen. Kurzum: Ich mache das Beste draus!

So werden wir den Krebs besiegen: Behandlungsplan

Mein Behandlungsplan sieht zu Beginn eine starke Chemotherapie (Zytostatika) über 4 ½ Monate vor. Die Dosis erhalte ich alle zwei Wochen. Dazwischen finden zahlreiche Untersuchungen des Blutbilds, Herzens etc. statt. Nach der Chemo folgt die Operation, anschließend die 3-wöchige Strahlentherapie (nur bei brusterhaltender OP) und dann eine Reha. Aktuell informiere ich mich auch noch über ergänzende, natürliche Heilverfahren, die ich dann kombinieren möchte.

Eingriffe vor dem Chemostart: Fertilitätsvorsorge

Bevor die Chemo losging, hatte ich bereits zwei Operationen absolviert. Zum Einen habe ich mich entschieden eine Art Back-up-Versicherung für die Fertilität (Fruchtbarkeit) vorzunehmen. In Deutschland gibt es ein Programm namens „Fertiprotect“, das Frauen im gebärfähigen Alter mit unabgeschlossenem Kinderwunsch berät. Ich habe mich für die Entnahme und Kryokonservierung (Einfrieren) eines halben Eierstocks entschieden. Mehr rund um die Fertilitätsprävention vor einer Chemotherapie gibt’s in einem weiteren Artikel zu späterer Stunde. (Link folgt)

Eingriffe vor dem Chemostart: Port-OP

Darüber hinaus wurde mir bereits die Portanlage (Port) für die Injektionen der Chemo unter die Haut gepflanzt. Bei mir liegt der Port links (auf der gesunden Seite des Körpers) etwa auf Höhe des Schlüsselbeins. Dort wurde er an eine der großen Herzvenen angeschlossen. Der Port ist zwar zunächst ein Fremdkörper, aber ich sehe ihn als meinen Freund – er hilft mir den Krebs zu bekämpfen und verteilt die Chemikalien zügig im ganzen Körper. Dank Port kann ich auf Venenkatheter an den Armen und somit mehrfach zerstochene Venen verzichten. Der Port-OP selbst und wie mein Körper den Port akzeptiert, widme ich ebenfalls noch einen separaten Artikel.

Anja
Hi, ich bin Anja und habe dieses Blog im Februar 2017 ins Leben gerufen. Die Idee entstand direkt nach der Diagnose des Brustkrebs‘. Also legte ich los. Die Leidenschaft zur Kommunikation wurde mir in die Wiege gelegt und ist seither nicht erloschen. Ich liebe es, meine Gedanken in Wörter zu packen oder sie mit meiner Fotobüchse visuell einzufangen. Damit höre ich jetzt nicht auf – gerade jetzt nicht.

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